Die Keimlinge benötigen ausreichend Licht zum Wachstum. Ist die Lichtmenge zu gering, vergeilen die Keimlinge und fallen um. Spätestens nach dem Auflaufen sind die Aussaaten daher hell, aber unbedingt vor direkter Sonne geschützt aufzustellen. In der lichtarmen Jahreszeit und bei ungünstigen Standorten kann man Aussaaten zusätzlich künstlich beleuchten. Häufig werden im Handel für ein paar Mark spezielle Glühbirnen als Pflanzenleuchten angeboten. Von deren Kauf raten wir allerdings ab. Das Lichtspektrum dieser Leuchtmittel ist für Pflanzen oft völlig ungeeignet oder aber die Lichtausbeute ist viel zu gering. Investieren Sie Ihr Geld besser in Pflanzenleuchten, die ihren Namen auch verdient haben, wie z.B. Quecksilberhochdruck- dampflampen oder Leuchtstoffröhren mit rotem und blauem Lichtanteil, wie sie auch in der Aquaristik eingesetzt werden. Leuchtstoffröhren mit 40 bis 60 Watt reichen z.B. für eine Fläche von 1 m² aus. Diese Pflanzenleuchten sind zwar nicht gerade billig, erfüllen dafür aber auch wirklich ihren Zweck – im übrigen verbrauchen diese Leuchten weit weniger Strom als Glühbirnen.

Die Beleuchtung darf wegen der Gefahr einer zu starken Erwärmung nicht zu nah über der Aussaat angebracht werden, ein Abstand von ca. 30 – 40 cm ist einzuhalten. Sie sollte ca. 10 – 12 Stunden täglich eingeschaltet sein.

Für die Keimung der meisten südafrikanischen Arten ist es am günstigsten, wenn die Keimtemperatur relativ konstant zwischen 20 und 25 °C liegt, und zwar im Substrat gemessen. Die Temperatur für Sukkulenten-Aussaaten sollte sich dabei im oberen Bereich bewegen. Kontrollieren Sie die Temperatur ggf. mit einem Bodenthermometer. Die Temperatur darf i.d.R. jedoch nicht auf unter 18 °C absinken. Der Keimvorgang würde entweder verzögert oder überhaupt nicht stattfinden. Einige Pflanzen, die aus der südwestlichen Kapprovinz in Südafrika stammen, wie z.B. zahlreiche Proteaceen, Pelargonien sowie Zwiebel- und Knollengewächse, bilden hier jedoch eine Ausnahme; sie benötigen zur Keimung einen Unterschied der Tages- und Nachttemperaturen von ca. 12 °C. Ohne eine entsprechende Temperaturabsenkung ist mit einem schlechten Keimergebnis zu rechnen. Diese Pflanzen keimen nämlich an ihrem Naturstandort im Herbst; die Tage sind dann bis zu 25 °C warm, und die Nächte verhältnismäßig kalt, ungefähr 10 – 12 °C. Auch bei Sukkulenten ist eine Nachtabsenkung der Keimtemperatur – jedoch nur auf etwa 18 °C – vorteilhaft, wenn auch nicht unbedingt erforderlich. Die besten Keimergebnisse bringen wohl Vermehrungseinrichtungen, die elektrisch heizbar sind und bei denen man die Temperatur über einen Thermostaten steuern kann.

Merke: Zu viel Wasser und zu wenig Licht sind nicht nur bei der Einzelkultur von Pflanzen, sondern auch bei der Aussaat die häufigsten Ursachen für Mißerfolge!

In der ersten Zeit muß die Aussaaterde ausreichend feucht sein (keinesfalls tropfnaß), damit der Quellvorgang der Samen ohne Unterbrechung erfolgen kann. Ein Austrocknen des Substrates würde die Keimung im günstigsten Falle hemmen oder stoppen. In den meisten Fällen führt Trockenheit jedoch unweigerlich zum Absterben des Samens.