Das für die Aussaat geeignete Substrat sollte vor allem nährstoffarm, wasserdurchlässig und steril sein. Ferner ist wichtig, daß der Feinheitsgrad des Substrates in etwa der Samengröße entspricht, so daß es sich gut um das keimende Samenkorn legt und der Keimvorgang gleichmäßig verlaufen kann. Am einfachsten ist wohl die Verwendung von gebrauchsfertigen Spezialerden für Aussaaten, die es im Gartenfachhandel zu kaufen gibt, und die Sie u.U. nur noch auf die entsprechende Korngröße sieben müssen. Zudem sind sie im Vergleich zu anderen Aussaatsubstraten, wie z.B. Tongranulat oder Torfquelltabletten, auch verhältnismäßig preisgünstig.

Wer größere Mengen benötigt, für den lohnt es sich ggf. auch, Aussaaterde selbst herzustellen. Allerdings setzt dies einige Kenntnisse über die verschiedenen Substratkomponenten voraus. Für eine Standardmischung, die für die meisten Sämereien geeignet ist, benötigt man z.B. zu gleichen Teilen gewaschenen Sand (z.B. Flußsand oder Quarzsand, Körnung 1,5 bis 3mm, keinen Bausand), der die Wasserdurchlässigkeit und die Durchlüftung des Substrates gewährleistet, ungedüngten Torf, der das Substrat vor zu schnellem Austrocknen bewahrt, und Komposterde, welche die Sämlinge mit Nährstoffen versorgt. Die Komposterde muß jedoch unbedingt vollständig verrottet sein und ist zuvor durchzusieben. Denken Sie daran, daß Komposterde in ihrer Zusammensetzung sehr unterschiedlich sein kann. Bekanntlich entsteht Kompost durch Verrottung organischer Substanzen, wie Laub, Küchenabfälle etc. Ist der Anteil von Küchenabfällen überproportional hoch, so ist mit großen Chloridmengen zu rechnen, was sich schädlich auf die Aussaat auswirkt. Häufig ist auch der Kalkgehalt zu hoch – die Aussaaterde sollte leicht sauer reagieren (PH-Wert 5 – 6,5). Anstelle von Kompost kann man auch Blumenerde verwenden, doch ist diese i.d.R. zu stark mit Nährstoffen angereichert. Die Blumenerde sollte daher mit Sand ausreichend abgemagert bzw. gestreckt werden. Torf kann durch kalkfreien Lehm ersetzt werden. Als Sandersatz eignen sich Perlite, Styromull und Bimskies.

Für sehr feines Saatgut und Saatgut von Pflanzen, die ein besonders luftdurchlässiges Substrat wünschen, wie z.B. Sukkulenten, Pelargonien und die meisten Zwiebel- und Knollengewächse, empfiehlt sich eine “leichtere” Mischung, die z.B. aus zwei Teilen gewaschenem Sand und einem Teil Komposterde bestehen kann.

Die fertige Erdmischung sollte sodann sterilisiert werden, um zu verhindern, daß die Samen oder Sämlinge durch Keime oder Schimmelpilze zerstört werden. Da sich für den Hobbygärtner teure Geräte zur Erddämpfung wohl kaum lohnen dürften, kann die eigene Erdmischung behelfsmäßig keimfrei gemacht werden, indem man sie z.B. in Alufolie verpackt und im Backofen bei ca. 100 – 120 °C etwa eine Stunde lang dämpft.