So mancher Hobbygärtner meint, daß eine Pflanze erst mit der Keimung des Samens zu leben beginnt, dies ist aber nicht richtig. Das äußerlich leblos wirkende Samenkorn wartet nämlich gewissermaßen nur auf günstige Keimbedingungen; und bis es soweit ist – dies kann in der freien Natur Wochen, Monate oder gar Jahre dauern -, befindet es sich lediglich in einer Ruhephase. Im Grunde beginnt das Leben der Pflanze aber bereits mit der Befruchtung des weiblichen Teils der Blüte mit dem Blütenstaub (Pollen) des männlichen Teils, infolgedessen sich das Samenkorn entwickelt.

Woraus besteht eigentlich ein Same? In seinem Inneren befindet sich der Embryo sowie ein Nahrungsvorrat aus Stärke, Eiweiß, Fett u.a. Stoffen, der den Embryo während der Ruheperiode und später das junge Pflänzchen nach der Keimung mit Energie versorgt, bis es sich durch die Assimilationstätigkeit seiner grünen Blätter selbst ernähren kann. Die Nahrung ist entweder in einem Nährgewebe (Endosperm) enthalten, das den Embryo umgibt, oder sie wird in den Keimblättern, den Kotyledonen, gespeichert. Die Samenschale (Testa) schließlich bildet die schützende Hülle.

Der Embryo wiederum besteht aus der Keimwurzel (Radicula), der Stengelgrundlage bzw. Keimsproßknospe (Plumula), an der sich die Kotyledonen befinden, sowie dem Keimsproß (Hypokotyl), der die Verbindung zwischen Wurzel und Sproß bildet.